Nachdem wir länger nichts berichtet haben, möchten wir euch heute wieder ein paar Bilder aus dem Tierheim in Galati zeigen. Wir sind nach wie vor, regelmäßig vor Ort, im Frühjahr und im Herbst. Dies sind jetzt ein paar Bilder vom Oktober 2025. Leider war uns der Wettergott nicht wohlgesonnen und es regnete die ganze Zeit teilweise in Strömen. So etwas hatten wir tatsächlich noch nie. Wir haben viele Hunde wiedergesehen, die vermutlich den Rest ihres Lebens im Tierheim verbringen werden. Natürlich hat es dort auch Katzen, zwar nicht so viele, aber ein paar sind es schon. So viele schöne Momente, so viele Eindrücke und so viele Pfotenabdrücke auf der eigenen Seele. Die Besuche vor Ort sind auch immer wichtig Gespräche zu führen und zu sehen, was verbessert werden kann, wo es fehlt und was man tun kann, um die Dinge vor Ort zu verbessern. Es ist am Ende leider immer eine Frage der finanziellen Möglichkeiten. Es ist frustrierend. Ein Tierheim „am laufen zu halten“ ist ein finanzieller Kraftakt. Auf viele Fragen gibt es zwar Antworten, aber keine Lösung, wie man es betreffend der Kosten umsetzen kann. Wir wollen nicht jammern und permanent betteln, machen wir nie. Es macht uns nur ratlos und traurig. Fazit von einer knappen Woche vor Ort: Tierschutz beginnt mit der Vermeidung von unkontrollierter Vermehrung, sprich, Kastration. Da dies leider noch immer nicht bei jedem angekommen ist, gibt es noch immer viel zu viele Straßenhunde die leiden und manchmal von der Straße gerettet werden. Das heißt leider nicht, dass sie alle ein Zuhause finden werden. Für viele wäre das keine gute Lösung, denn sie sind schlichtweg keine Hunde, die sich als „Familienhunde“ eignen. Sie sind nicht schuld daran, sie können nur nicht die Erwartungshaltung erfüllen, die an sie gestellt werden würde. Leider haben das einige „Vermittler“ noch nicht verstanden und so kommen manche Hunde vom Regen in die Traufe. Tierschutz an der Anzahl von vermittelten Tieren zu messen, ist aus unserer Sicht falsch. Es geht darum dafür zu sorgen, dass es diese Anzahl von Tieren gar nicht erst gibt.
Endlich war es soweit, der erste Besuch im Tierheim in Galati / Rumänien konnte stattfinden. Wie ihr wisst, besuchen wir alle Projekte, die wir unterstützen, um uns ein eigenes Bild vor Ort zu machen. Es ist uns wichtig zu sehen, wie die Arbeit vor Ort aussieht und wie die Umstände sind.
Am Flughafen in Bukarest angekommen, traf ich (Regina ????) Nadine und Cornelia von der Tierhilfe Sternentiere und Ion, der uns mit dem Auto abholte. Ion und seine Frau Ana versorgen die Tiere im Bereich des Sternentiere Tierheims. Die Begrüßung fühlte sich an, als ob man sich schon lange persönlich kennen würde. Vor uns lagen ca. 3,5 Std. Autofahrt nach Galati und somit war an diesem Tag zeitlich einfach kein Besuch im Tierheim möglich. Aber ein gemeinsames Abendessen haben wir geplant, zu dem Ana erst später kommen konnte, weil sie auf dem Weg zu unserer Verabredung einen Welpen gefunden hatte, der dringend versorgt werden musste. Ein neuer Tierheimbewohner am Tag unserer Ankunft. Straßentiere sind ein allgegenwärtiger Anblick, sie sind überall. An jeder Straße, an jedem Platz, neben jeder Bahnschine.
Am nächsten Tag ging es dann morgens zum Tierheim und die Einfahrt auf das Gelände hat mich schon erahnen lassen, wie groß der Unterschied zu den Projekten ist, die wir vorher unterstützt haben. Ein großes Tierheim, welches sich in mehrere Bereiche aufteilt. Die Tierhilfe Sternentiere unterhält auf diesem Gelände eigene Bereiche mit Hunden und Katzen. Die schiere Anzahl Hunde im Bereich von Help Labus hat mich erst einmal sprachlos gemacht. Außerdem beherbergt das Tierheim Nutztiere, Esel uns Pferde, allesamt aus den unterschiedlichsten Gründen dort gestrandet und aufgenommen worden. Corina von Help Labus ist eine beeindruckende und unglaublich positive Frau, die mit unermüdlicher Energie Tieren in Not hilft und versucht, die Umstände für Tiere in Galati zu verbessern.
In den letzten Jahren wurden verschiedene Bereiche des Tierheims renoviert, aber es gibt noch so viele Bereiche, die dringend erneuert werden müssten. Eine Mammutaufgabe, die große finanzielle Mittel erfordert. Dennoch muss man sagen, dass hier an jeder Stelle immer 100% gegeben wird, um die Lebensumstände für die Tiere so gut wie es eben geht zu gestalten. Ana und Ion versorgen die Sternentiere. Alle Bereiche werden jeden Tag penibel gereinigt, die Hunde bekommen Auslauf in den Innenbereichen der Zwingeranlagen und jede Menge Streicheleinheiten. Ich habe sofort gesehen, mit wie viel Liebe und Herzblut dies geschieht. In den 4 Tagen, die ich im Tierheim war, hat es mir viel Freude bereitet, Ana und Ion bei Ihrer Arbeit zu helfen. Man kommt dabei in Kontakt mit den Tieren, lernt sie kennen und wird mit Küssen und Kuscheleinheiten belohnt. Was will man mehr ???? Die Katzen, die inzwischen ein eigenes Katzenhaus bekommen haben, werden ebenfalls mit viel Liebe versorgt. Hier war Nadine jeden Tag am Werk und ich hatte den Eindruck, dass sowohl Nadine als auch die Katzen ihre Freude hatten. Es gibt einen Quarantänebereich und generell wird penibel darauf geachtet, dass keine Krankheiten eingeschleppt werden. Besonders schön fand ich das Sanctuary für die Hunde, die aus den verschiedensten Gründen keinen größeren Kontakt zu Menschen möchten und nicht vermittelt werden können. Sie haben eigene Bereich mit viel Vegetation und dürfen für sich sein. Sie sind sicher und werden versorgt.
Help Labus hat unglaublich viele Hunde, eine Mammutaufgabe sie alle zu versorgen. Trotzdem tut man alles, was möglich ist. Da nie genug Geld für Hundefutter vorhanden ist, werden auch Schlachtabfälle gekocht und verfüttert. Es geht nicht anders. Corina und ihre Mitarbeiter versorgen neben den vielen Tiere im Tierheim, täglich auch noch viele Straßentiere mit Futter. Diese Umstände sind in keiner Weise mit den Umständen hier bei uns zu vergleichen. Es ist ein alltäglicher Kampf gegen Windmühlen. Umso höher muss man es anrechnen, wie engagiert diese Menschen sind und sich den Herausforderungen jeden Tag aufs Neue stellen. Ich habe in meiner Zeit vor Ort besondere Menschen kennenlernen dürfen, die die Liebe zu den Tieren eint und die mich aufgenommen haben, als wären wir schon ewig befreundet. Wir haben viel gelacht und auch die eine oder andere Träne ist geflossen. Gefühlswaschmaschine.
Was ist mein Fazit: Die Zusammenarbeit von Help Labus und der Tierhilfe Sternentiere ist beeindruckend und verfolgt ein Ziel, nämlich die Lebensumstände von Tieren zu verbessern und unkontrollierte Vermehrung einzudämmen. Nachhaltige Veränderungen vor Ort stehen im Fokus und nicht massenweiser Export von Hunden und Katzen ins Ausland. Natürlich wird auch versucht, ein Zuhause für diejenigen Tiere zu finden, die vermittelt werden können, jedoch nicht um jeden Preis und nicht auf Kosten der Tiere.
Wir brauchen Ihre Hilfe. Das Tierheim in Galati wurde zum wiederholtem Male von einem Unwetter heimgesucht. Alles steht unter Wasser. Die Hundehütten sind aufgeweicht, die Quarantäne überschwemmt, Futterlager kaputt. Neben dem Wasser haben wir ein Stechmücken-Problem. Ratten sind auch ein Problem, ein Grundsätzliches aber durch die Wassermassen sind viele verendet. All das überträgt Krankheiten auf die Hunde im Tierheim und wir müssen die Tiere so gut es eben geht schützen. Bei über 1000 Hunden eine echte finanzielle Herausforderung. Wir brauchen dringend Spot on´s oder Halsbänder gegen Parasiten. Seresto, Scalibor, Frontline, Advocate, Advantix…alles was die Tiere schützt. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende. Vielleicht haben Sie etwas davon Zuhause und wollen es uns schicken? Vielleicht möchten Sie uns finanziell unterstützen und wir kaufen es vor Ort? Vielleicht produzieren oder handeln Sie es? Egal was und wie, jede Hilfe ist Willkommen, dringend benötigt und von Herzen bedankt. Bitte geben Sie bei Ihrer Spende das Stichwort „Unwetter“ an. Wir werden auch für die Beseitigung der Schäden finanzielle Hilfe brauchen. Hundehütten erneuern, Kies auffüllen, versuchen, das Tierheim für das nächste Unwetter zu rüsten, indem mehr Kies aufgeschüttet wird. Das Gebiet ist ohnehin eher sumpfig und alles was eine Drainagewirkung hat, hilft grundsätzlich weiter. Es trifft immer die Ärmsten der Armen, die vergessenen Seelen. Das Tierheim ist für viele Hunde das einzige Zuhause, viele werden nie ein wirkliches Zuhause haben. Traurig genug. Genau deswegen sollten wir ihnen helfen, damit sie das wenige was sie haben, nicht auch noch verlieren oder noch unwürdiger leben müssen 🙁
wie ihr wisst, ist es uns wichtig in erster Linie nachhaltigen Tierschutz zu fördern und zu unterstützen. In erster Linie sind das Kastration und die Verbesserung der Lebensumstände der Tiere vor Ort und weniger die massenhafte Vermittlung von Tieren, sondern die selektive Vermittlung. Natürlich hat dies zur Folge, dass unsere Seite weniger Likes bekommt und bei unseren Beiträgen nicht massenhaft Herzchen fliegen. Damit haben wir uns abgefunden, auch wenn wir das sehr schade finden. Denn wir zollen Organisationen den größten Respekt, wenn sie sich aktiv vor Ort einsetzen und tun uns schwer damit, wenn Organisationen ihren Schwerpunkt auf die Vermittlungszahlen legen.
Damit wir weiterhin helfen können, zu helfen machen wir diesen Aufruf.
Gesucht werden Menschen, die entweder die Kosten einer Kastration übernehmen (gerne auch für mehr, aber wir wollen nicht unverschämt sein) oder einem Hund im Tierheim eine robuste Hundeliege schenken.
Die Kastrationskosten sind wie folgt (Durchschnittspreise):
Hündin 30,00 Euro
Rüde 25,00 Euro
Katze 20,00 Euro
Die Hundeliegen (siehe Beispielbild)
XXL 114 x 76 cm kostet 24,95 Euro zzgl. Versand
Wir haben mit dem Hersteller Kontakt aufgenommen und versuchen aktuell einen vielleicht günstigeren Preis zu bekommen, bei der Abnahme von größeren Mengen. Wir wissen aber nicht, ob das möglich ist, hier müssen wir noch auf die Antwort warten.
Da wir gemeinnützig anerkannt sind, können wir auf Wunsch eine Spendenquittung ausstellen. WICHTIG! Bitte gebt unbedingt an, für was ihr spendet, damit wir die Spende zuordnen können. Verwendungszweck: Kastration oder Hundeliege.
Hier unsere Kontodaten:
Freunde für Straßenhunde n. e.V.
Raiffeisenbank Schaafheim
BIC: GENODE 51 SHM
IBAN: DE 36 5086 2835 0000 1332 72
PAYPAL: info@freunde-fuer-strassenhunde.de (bitte anklicken „Geld an Freunde oder Familie senden“ dann fallen für uns keine Gebühren an)
Wir wissen, dass die Zeit für solche Aufrufe vielleicht nicht die beste ist und durch Corona viele Menschen zu kämpfen haben. Umso mehr würde es uns freuen, wenn sich trotzdem Menschen finden lassen, die hier helfen.
Im Namen der Hunde sagen wir Danke von Herzen für eure Hilfe.